Niederlande: „Erschreckende Entwicklung“ bei Sterbehilfe

Quelle: idea.de

Die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr: Angebot schafft Nachfrage. Foto: PR

Die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr: Angebot schafft Nachfrage. Foto: PR

Münster (idea) – Von einer „erschreckenden Entwicklung“ sprechen deutsche Lebensrechtler angesichts der steigenden Nachfrage nach aktiver Sterbehilfe in den Niederlanden.
 

Nach Angaben der dortigen Behörden wurden im vergangenen Jahr 2.636 Wünsche nach Lebensbeendigung bzw. Hilfe zur Selbsttötung von Ärzten gemeldet. Das entspricht einem Zuwachs um 13 Prozent gegenüber 2008. Aufgrund der Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle ist jedoch unklar, wie viele Tötungen tatsächlich durchgeführt wurden. Die Niederlande hatten 2001 als erstes Land der Welt die Tötung auf Verlangen ermöglicht. Nach Ansicht der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL/Münster) zeigen die Zahlen, „dass der Wegfall eines Tabus langsam aber stetig die allgemeinen moralischen Barrieren verschwinden lässt“. In den Niederlanden scheine die Tötung Alter und Kranker zunehmend von der Gesellschaft als normaler Weg akzeptiert zu werden. „Das Argument der Sterbehilfebefürworter, dass die Freigabe der aktiven Sterbehilfe keinen Einfluss auf die Anzahl der Selbsttötungen haben würde, ist in den Niederlanden eindeutig widerlegt worden. Denn auch hier gilt wohl, dass sich ein Angebot die Nachfrage selber schafft“, so die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr (Königstein/Taunus). Deutschland dürfe den Niederlanden bei der Freigabe der aktiven Sterbehilfe oder des ärztlich assistierten Suizids auf keinen Fall folgen. Andernfalls wäre hier künftig eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, befürchtet Löhr. Die aktive Sterbehilfe könne nicht zum gleichberechtigten Angebot neben der Schmerzmedizin und Betreuung im Hospiz werden. Die CDL ist eine Initiative in der CDU/CSU und Mitglied im Bundesverband Lebensrecht.

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Kontroverse um Kampagne für Lebensschutz

Quelle: idea.de

Die saarländische Familienministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Foto: PR

Die saarländische Familienministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Foto: PR

Saarbrücken (idea) – Während eine Lebensrechtskampagne im Saarland bei kirchlichen Kreisen auf Kritik stößt, erhält sie Rückendeckung aus der Politik. Die christliche Initiative „Durchblick“ (Östringen bei Karlsruhe) verteilt seit dem 17. August in dem Bundesland 300.000 Embryonenmodelle.
 

Sie zeigen ein ungeborenes Kind in der 10. Schwangerschaftswoche. Mit der Aktion will der Verein für ein Ja zum Kind werben. Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche distanzierten sich zunächst von der Aktion. So heißt es in einer Stellungnahme des Bistums Trier, man halte die Verteilung der Plastikembryonen „nicht für den geeigneten Weg, um auf die Würde und den Schutz des ungeborenen Lebens und die Problematik von Abtreibungen hinzuweisen“. Der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Saar-Ost, Gerhard Koepke (Ottweiler), sagte laut Medienberichten, das Geld für die Versandaktion wäre sinnvoller in die Präventionsarbeit oder soziale Projekte für junge Mütter investiert worden. In einer Stellungnahme des Bistums Trier hieß es erst, man halte die Verteilung der Plastikembryonen „nicht für den geeigneten Weg, um auf die Würde und den Schutz des ungeborenen Lebens und die Problematik von Abtreibungen hinzuweisen“. Nach heftiger Kritik am Bistum sowie „internen Diskussionen“ korrigierte es am 20. August seine Haltung: Man halte die Aktion zwar für provokant, sehe aber keine Veranlassung, sie abzulehnen.

Familienministerin: Es läuft etwas schief

Auf die Kritik reagierte die saarländische Familienministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit Unverständnis. In der Gesellschaft laufe einiges schief, wenn sich die Öffentlichkeit „nicht mit 1.278 Abtreibungen allein im Saarland beschäftigt, sondern über eine Kampagne zum Thema aufregt“. Die eigentliche Frage sei, wieso sich in einem der reichsten Länder der Welt so viele Menschen nicht in der Lage sähen, ein Kind zur Welt zu bringen und großzuziehen.

Evangelische Allianz lobt die Aktion

Die Vorsitzende der Evangelischen Allianz im Saarland, Ingrid Schemer (Neunkirchen), begrüßte die Kampagne: Sie konzentriere sich auf die Vermittlung der Fakten und sei „in keinster Weise verurteilend“. Es gehe darum, ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass es sich auch bei einem Embryo schon um einen vollwertigen Mensch handle. Die Vorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) im Saarland, Irene Schäfer (Püttlingen), sagte gegenüber idea, man sollte alle Wege nutzen, um für das Leben zu werben. Es sei zwar möglich, dass einzelne Frauen beim Ansehen des Embryonenmodells Schuldgefühle bekämen, weil sie abgetrieben hätten. Wenn das begangene Unrecht erkannt oder Leben gerettet würde, sei die Aktion aber zu begrüßen. Sie selbst habe schon viele Frauen nach einer Abtreibung begleitet, die durch die Gespräche wieder „ihren Frieden“ gefunden hätten, so die Diplom-Psychologin.

Die meisten Reaktionen kritisch

Der Verein „Durchblick“ gibt sich angesichts der öffentlichen Kritik gelassen. Damit habe man gerechnet, so der Vorsitzende Thomas Schührer. Dank der Berichterstattung in den Medien bekomme das Thema zusätzliche Aufmerksamkeit. Bislang habe man etwa 130 Reaktionen per E-Mail erhalten, von denen knapp zwei Drittel negativ waren. Das Thema Abtreibung wühle die Leute auf, so Schührer. Wenn die Kampagne Leben rette und Frauen vor einem Trauma nach einer Abtreibung bewahre, sei dies ein Erfolg.

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Acht Millionen getötet

Quelle: wnoz.de

Foto: Thomas Schneider

Foto: Thomas Schneider

“Lehrlinge dringend gesucht”, die Frage lässt sich beantworten. Sie waren schon am Leben, wurden aber vor ihrer Geburt getötet. 1976 gab der Bundestag Schwangerschaftsabbrüche weitgehend frei. Sie wurden zunächst von den Krankenkassen, anschließend vom Staat finanziert. Seitdem sind in Deutschland rund acht Millionen ungeborene Kinder getötet worden.
 

Dieser Verlust verteilt sich auf 44 Jahrgänge und entspricht – bei einer jährlichen Geburtenzahl von etwa
700 000 Kindern – in der Summe elf bis zwölf volle Jahrgänge.

Das ist rechnerisch so, als ob seit Ende 1998 in Deutschland kein einziges Kind mehr geboren worden wäre. Diese grauenvolle Bilanz der in diesem Punkt weitgehend einigen politischen Klasse bleibt tabu, es geht weiter.

In jedem Landeshaushalt stehen Millionen Euro bereit, um auch weiterhin Tausende von Landeskindern vor der Geburt den Garaus zu machen. Kaum gezeugt, wartet auf sie schon der staatliche Henker.

Die Masse dieser Schwangerschaftsabbrüche ist nach der Rechtslage “straffrei”, aber rechtswidrig. Trotzdem werden sie vom “Rechtsstaat” finanziert, der sich dadurch selbst aufhebt.

Vielleicht versteht jetzt mancher, warum ich 1991 aus der auf Bundes- und Landesebene mitverantwortlichen CDU ausgetreten bin und (nur als Folge davon) mein Stadtratsmandant nach zwölf Jahren niedergelegt habe.

Der einsame Ruf blieb ungehört, jetzt aber ist das Ergebnis dieser Politik zu besichtigen. Deutschland – schon heute mehr ein Altersheim – steckt aus eigener Schuld vor dem Sturz ins Bodenlose: Ohne Kinder keine Zukunft, keine Wirtschaft, keine Rente.

Wer kann noch zu einem Staat stehen, der Steuern erhebt, um damit den eigenen Nachwuchs zu vernichten? Wie lange wollen wir uns noch so regieren lassen?

Autor: Dr. Wolfgang Philipp, 69469 Weinheim (Artikel vom: 13.08.2010)

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300.000 Embryonenmodelle für Saarländer

Quelle: idea.de

Initiative für den Schutz ungeborener Kinder. Foto: PR

Initiative für den Schutz ungeborener Kinder. Foto: PR

Saarbrücken (idea) – Erstmals führt die christliche Lebensschutz-Initiative „Durchblick“ (Bruchsal bei Heidelberg) in einem ganzen Bundesland ihre „Embryonenoffensive“ durch. Ab 17. August sollen im Saarland rund 300.000 Plastikembryonen verschickt werden.

Die originalgetreuen Modelle stellen ein ungeborenes Kind in der zehnten Schwangerschaftswoche dar. Mit der Aktion will die Initiative darauf aufmerksam machen, dass ein ungeborenes Kind bereits ein vollwertiger Mensch ist. „Wir wollen niemanden anklagen, schon gar nicht die Frauen, die sich in einer Konfliktsituation für eine Abtreibung entschieden haben“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Thomas Schührer (Bruchsal). Eine sachliche Diskussion könne man jedoch nur führen, wenn man die Fakten kenne. Deshalb mache die Initiative auf die Tatsache aufmerksam, dass bei jeder Abtreibung ein Mensch getötet wird. Viele Frauen erlebten die vorgeburtliche Kindstötung als ein Trauma, unter dem sie – nicht selten für den Rest ihres Lebens – körperlich oder seelisch zu leiden hätten. Vor der Verteilaktion wird am 13. August eine Kundgebung in der Innenstadt von Saarbrücken stattfinden, bei der Frauen über ihre Erfahrungen nach einer Abtreibung berichten. Dabei werden auch 1.278 Paar Kinderschuhe aufgestellt. Sie sollen an die entsprechende Zahl der vorgeburtlichen Kindstötungen 2009 im Saarland erinnern. Der Verein „Durchblick“ wurde 1997 gegründet. Seitdem hat er nach eigenen Angaben in Deutschland rund 550.000 Embryonenmodelle verteilt. Die Kosten für die Aktion im Saarland – rund 63.000 Euro – werden durch Spenden gedeckt. In dem kleinsten Flächenland der Bundesrepublik leben rund eine Million Menschen in 482.000 Haushalten.

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Weniger Elterngeld – mehr Abtreibungen

Quelle: idea.de

Claudia Kaminski: Bundesregierung soll Pläne stoppen.

Claudia Kaminski: Bundesregierung soll Pläne stoppen.

Köln (idea) – Steigende Abtreibungszahlen als Folge von geplanten Kürzungen beim Elterngeld befürchtet die Lebensschutzorganisation „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA).
 

Wenn Berichte über die geplanten Einschnitte zuträfen, müsse man mit mehr Schwangerschaftsabbrüchen rechnen, erklärte die Bundesvorsitzende, die Medizinerin Claudia Kaminski (Köln), am 16. Juli. Seit dem Umstieg vom früher 24 Monate lang gezahltem Erziehungs- auf das zunächst nur zwölf Monate lang gezahlte Elterngeld im Jahr 2007 werde ALfA vermehrt von Schwangeren um Hilfe gebeten, die wegen eines Studiums, der Pflege von Familienangehörigen oder aus anderen Gründen in ihren Verdienstmöglichkeiten stark eingeschränkt seien. Vielen, aber nicht allen, könne man mit der ALfA-Patenschaftsaktion finanziell so unter die Arme greifen, dass sie sich für ihr Kind entscheiden. Wenn das Elterngeld jetzt auch noch bei Mini-Jobbern und Beziehern des Kinderzuschlags gekürzt werden solle, wäre das ein harter Schlag für alle, die auf jeden Euro angewiesen sind. Sollten gut verdienende Paare von den Kürzungen beim Elterngeld ausgenommen werden und weiter den Höchstbetrag von 1.800 Euro beziehen können, sei zu fragen, ob nach dem Willen der Bundesregierung nur bestimmte Personengruppen in Deutschland Kinder bekommen sollen. Kaminski: „Die sozial völlig unausgewogenen Pläne dürfen so nicht umgesetzt werden.“ ALfA mit Sitz in Augsburg hat nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Mitglieder und gehört zum Bundesverband Lebensrecht. Die Finanzierung geschieht ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

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CDL fordert gesetzliches klares PID-Verbot

Pressemitteilung
Münster, 7. Juli 2010

Christdemokraten für das LebenSelektion von Embryonen durch Gentest führt oft zur Tötung!

(CDL) Anläßlich des Urteils des Bundesgerichtshofs vom 6. Juli 2010 zur Präimplantationsdiagnostik (PID) an menschlichen Embryonen erklärt die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr:

Nach dem Urteil muß der Gesetzgeber das Embryonenschutzgesetz ergänzen. Auch der in der Petrischale erzeugte Embryo ist keine Sache, über deren Lebenswert Ärzte und Eltern einfachhin entscheiden können. Als einmal gezeugter Mensch im frühesten Stadium hat er vielmehr das Recht, geachtet und geboren statt getestet und getötet zu werden.

Der BGH verkennt in seinem Urteil, daß die PID-Selektion von Embryonen selbstverständlich deren Tod bedeutet, wenn sie dem Wunsch von Eltern und Arzt nicht genügen. Er setzt sich über den klaren Willen des Gesetzgebers hinweg, der mit dem Embryonenschutzgesetz Selektion eben nicht eng begrenzt lassen, sondern komplett untersagen wollte. Der BGH zieht weiterhin eine falsche Parallele zwischen PID und Pränataldiagnostik. Zugleich läßt er den Arzt und die Eltern entscheiden, ob ein konkretes menschliches Leben als “lebenswert” oder “nicht lebenswert” zu klassifizieren ist. Darin liegt ein gravierender Verstoß gegen die Würde des potenziell behinderten Menschen, der massive sozialethische Konsequenzen nach sich ziehen wird. Durch dieses Urteil werden das Lebensrecht und die soziale Anerkennung behinderter Menschen langfristig in dramatischer Weise aufs Spiel gesetzt.

Ein bißchen straffrei gibt es ebenso wenig wie ein bißchen schwanger: Wenn der Bundesgerichtshof die PID auf “schwerwiegende genetische Schäden” begrenzt wissen will, findet dies keine Stütze im Gesetz. Auch zeigt der Blick auf die zahlreichen Spätabtreibungen, daß “schwerwiegend” kein klarer Begriff ist. In der Praxis droht nun die forcierte Anwendung der PID in Deutschland zum Tagesgeschäft in über 125 Reproduktionskliniken zu werden. Es droht das “Wunschkind” nach Maß.

Deswegen ist nun Klarheit gefordert. Da der BGH sich mit dieser Entscheidung selbst zum Gesetzgeber aufschwingt und Verwirrung stiftet, muß jetzt der Gesetzgeber die Selektion durch PID ausdrücklich im Embryonenschutzgesetz verbieten, um die gefährliche Entwicklung zum gen-getesteten Designerkind nach Maß zu verhindern.

Die CDL ist die Lebensrechtsinitiative in der CDU/CSU mit 5.000 Mitgliedern, darunter zahlreichen Bundestagsabgeordneten, Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Landtagsabgeordneten und Kommunalpolitikern.

Christdemokraten für das Leben e.V.
- Bundesgeschäftsstelle -
Schlesienstr. 20
48167 Münster
Tel.: 0251 – 6 28 51 60
Fax: 0251 – 6 28 51 63
E-Mail: info@cdl-online.de
Internet: www.cdl-online.de

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Bundesgerichtshof lockert Embryonenschutz

Quelle: idea.de

Bundesgerichtshof (BGH) hat Embryonenschutz gelockert.Leipzig (idea) – Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Embryonenschutz gelockert. Bisher war es nicht erlaubt, Embryonen zu vernichten. Bei Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) gilt der Grundsatz nicht mehr, befand der BGH am 6. Juli in Leipzig.

Bei dieser Technik werden Eizellen, die im Reagenzglas befruchtet wurden, auf genetische Krankheiten untersucht, bevor sie der Frau eingepflanzt werden. Um zu verhindern, dass vermutlich defekte Embryonen ausgesondert werden, hat der deutsche Gesetzgeber die PID verboten. Dennoch hatte ein Berliner Frauenarzt diese Methode angewandt. Dabei hatte er festgestellt, dass eine Schwangerschaft höchst wahrscheinlich zu einer Totgeburt, zum Versterben des Neugeborenen nach der Geburt oder zur Geburt eines schwerkranken Kindes führen werde. Der Gynäkologe ließ daraufhin die Embryonen absterben. Nach Ansicht der Bundesrichter verstieß der Arzt nicht gegen das Embryonenschutzgesetz. Bei dessen Abfassung im Jahr 1990 habe es in Deutschland die PID noch nicht gegeben. Ziel des Gesetzes sei der Schutz vor Experimenten mit Embryonen gewesen. Eine Verpflichtung, Embryonen auch bei genetischen Belastungen der Eltern ohne Untersuchung in den Mutterleib zu übertragen, lasse sich daraus nicht ableiten. Zugleich betonten die Richter, dass der Freispruch für den Berliner Arzt keine Erlaubnis zu einer unbegrenzten Selektion von Embryonen anhand genetischer Merkmale sei. Man habe keinen Weg geöffnet, um durch die Auswahl von Embryonen die Geburt einer „Wunschtochter” oder eines „Wunschsohnes” herbeizuführen.

„PID ermöglicht Geschlechterwahl“

Das Urteil ist auf Kritik gestoßen. Nach Ansicht des gesundheitspolitischen Sprechers der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Peter Liese, lässt sich die PID nicht auf wenige schwerwiegende Erkrankungen begrenzen: „In den Ländern, in denen PID erlaubt ist, wird sie nicht restriktiv gehandhabt. Sowohl die Geschlechtswahl ist möglich als auch die Erzeugung eines Kindes zum Zwecke der Knochenmarkspende für ein anderes krankes Kind. Es werden auch Erkrankungen diagnostiziert, die – wenn überhaupt – erst in späteren Lebensjahren zu Problemen führen.“ Bei der Feststellung eines möglichen Defekts werde ein menschliches Lebewesen in der Frühphase seiner Entwicklung zerstört. Liese fordert, dass entweder das Bundesverfassungsgericht oder der Deutsche Bundestag den Embryonenschutz in Deutschland wieder herstelle.

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